November » 2019 » Hege Gustava Tjønn
11/07/2019

Zanaida in Mainz

Heute ist Premiere!

Es ist schön in Mainz. Wunderschöne, alte Fachwerkhäuser stehen im lebendigen Altstadtzentrum und erinnern an Gutenbergs Zeiten und lassen uns die Gegenwart relativieren.

Die Menschen sind sehr freundlich, sehr unaufgeregt, sehr angenehm. Es ist im Staatstheater eine unglaublich gute Stimmung, in der Tat ein Ensemble, von Hospitanten zum Intendanten jeder ein wichtiger Bestandteil des Ganzen. Und sie haben mich hinein gelassen, vom ersten Moment an. Ich habe mich in den meisten Theatern sehr wohl gefühlt, hier ist es noch mal etwas Eigenes.

Das Regieteam sind, wie ich selber, Gäste. Enthusiastisch, sprühend vor Energie und Neugierde arbeitet Max Hopp ohne Unterlass an uns, und ich empfinde tiefe Dankbarkeit über diesen Regisseur und Schauspieler, der mich ständig weiter herausfordert und zur Arbeit an mich selbst anregt. Ich habe viel gelernt.

Adam Benzwi hat in mühevoller Arbeit die Musik in moderner Schrift übertragen und trifft mit seinem Orchester mit neuen Instrumenten und alten musikalischen Duktus für meine Begriffe genau die klangliche Landschaft zwischen Barock und Klassik, in der J.C.Bach diese Oper schrieb. Am 7. Mai 1763 uraufgeführt, dann verschollen und erst um 2010 wieder aufgefunden und aufgeführt. Wir singen die dritte Produkion, allerdings die erste in deutscher Sprache, in der Übertragung von Doris Decker.

Unser Ensemble besteht aus ausgezeichneten Sängern und Sängerinnen vom Haus und ein paar Gästen. Wir haben einen Schauspieler, zwei Tänzer und ein Mädchenchor dabei. Es wird ein schöner Abend!

https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNjkyNDc/opern-raritaet-zanaida-feiert-premiere

Beweggründe

Ich stehe auf der Bühne, weil ich erzählen möchte.

Ich liebe es, wenn diese besondere Magie entsteht, die uns den Alltag vergessen lässt und uns ermöglicht, uns auf das Erzählte einzulassen.

Wie Kinder es können. Sich selbst vergessend einfach offen sein.

Theater kann uns Raum geben, Erlebtes zu verarbeiten, Gefühle zuzulassen, wo wir uns sonst beherrschten.

Für eine kleine Weile sammeln sich die Zuhörenden und die Erzählenden,

und es ist ein Moment der Gemeinschaft.

Friede.



Hege Gustava Tjønn

2013 © Hege Gustava Tjønn  ||   Webdesign: © Die Weberin  ||  Impressum