Biografie

Hege Gustava Tjønn wurde in Norwegen geboren und hat nach ihrer Ausbildung zur Gesangpädagogin und Konzertsängerin in Oslo an der staatlichen Opernhochschule ihre Ausbildung mit Diplom abgeschlossen.

Sie ist mit dem 1. Preis beim Gesangswettbewerb Leyla Gencer in Istanbul 1997 und mit dem Preis „Beste Norwegische Sängerin“ beim Königin Sonja Musikwettbewerb in Oslo 1997 ausgezeichnet worden.

Nach dem Studium führte sie ihr erstes Festengagement an das Theater Vorpommern in Deutschland, wo sie sich ein breites Opern, Operette und Musical-Repertoire erarbeiten konnte, u.a. Gretel, Leïla („Die Perlenfischer“) und Adele. Bald gastierte sie an zahlreichen Theatern. Frau KS Brigitte Fassbaender engagierte sie als Giunia („Lucio Silla“) für ein Tournee in Großbritannien und an die Königliche Oper Kopenhagen, als Eurydike („Orpheus in der Unterwelt“) in Innsbruck und Dortmund und in den folgenden Jahren immer wieder für große Rollen am Tiroler Landestheater.

2001-03 war sie Ensemblemitglied des Staatstheaters Darmstadt und sang dort u.a. Adina („Elisir d’Amore“), Ilia („Idomeneo“), Gretel („Hänsel und Gretel“), Titania („Ein Sommernachtstraum“), Musetta („La Bohème“) etc.

Hege Gustava Tjønn reussierte als Zerbinetta an der norwegischen Staatsoper Oslo, an der Semperoper Dresden, in Detmold, Bonn und in Santiago de Compostela, und als Cordelia („King Lear“) in Innsbruck und Essen.

Als Königin der Nacht („Die Zauberflöte“) gastierte sie in Oslo, Kassel, Wiesbaden, Dortmund, Aschaffenburg, Malmö und in Saigon, als Giunia („Lucio Silla“) in London, Edinburgh, Dublin, Kopenhagen, Luzern, Duisburg, Gießen und Solingen, und war als Violetta Valery („La Traviata“) in Trondheim und Stockholm engagiert.

Während eines Festengagements am Salzburger Landestheater 2006 bis 2008 sang sie Partien wie Juliette („Romeo et Juliette“), Königin der Nacht („Die Zauberflöte“), Sandrina („La Finta Giardiniera“), Gretel („Hänsel und Gretel“), und Miss Wordsworth („Albert Herring“). Als Gast sang sie dort u.a. die Kurfürstin („Der Vogelhändler“), Konstanze („Die Entführung aus dem Serail“) und Lady Macbeth (Verdi).

In Baden bei Wien hatte sie als Olympia/Antonia/Giulietta/Stella in „Hoffmanns Erzählungen“ großen Erfolg. Hier sang sie auch die Rolle der Metella („Pariser Leben“) und die Titelrolle in „Gräfin Mariza“

Als freischaffende Sängerin wird sie viel für Mozartpartien engagiert, wie im Landestheater Niederbayern als Elettra („Idomeneo“) und Sandrina („La finta Giardiniera“), sowie in Malmö als Königin der Nacht („Die Zauberflöte“). In Malmö sang sie u.a. auch Musetta („La Boheme“) und „Lucrezia Borgia“.

Hege Gustava Tjønn pflegt auch ein modernes Repertoire und hat einige Uraufführungen gesungen, wie Claire („Die Zofen“ J.Petterson), Primadonna („Tobaksladan“ F.Glans), Marie-Claire („Freax“ M.Eggert) beim Beethovenfestival in Bonn 2007 und Gasparina („Il Campiello“ H.Reiter) in der Neue Oper Wien. Außerdem reüssierte sie u.a. als Viola/Cesario („Was Ihr wollt“ M.Trojahn), 1.Sopran („Jakob Lenz“ W.Rihm), Cordelia („King Lear“ A.Reimann), Laura („Neues vom Tage“ P.Hindemith) und Anne Frank in der Mono-Oper „Anne Frank“ (G.Frid), die sie ins Norwegische übersetzte. Im Herbst 2017 wirkte sie bei der Uraufführung der Kirchenoper „Under en kvinnas hjärta“ (S.Sandström) mit, in der Rolle der Gabrielle. Im Frühjahr 2018 sang Hege Gustava Tjønn die Rolle der Titania in „Der Park“ (H.Gefors) in Malmö. Die Premiere wurde live im Radio gebracht und ein Bild von ihr als Titania wurde Vorderseite des „Opernwelt“ (Juli/18).

Am Staatstheater Mainz reussierte sie 2019 in der Rolle als Roselane in „Zanaida“(J.C.Bach), an der NorrlandsOperan in Schweden 2020 als Luisa Miller und 2021 als Lady Macbeth(Verdi), die sie auch in Theater Freiburg sang. In Oktober 2022 hatte sie die Ehre, die große Rolle als The Lord’s first Angel bei der Uraufführung von Sandströms Oper „Livets bok“ in Norrköping in Schweden gestalten zu dürfen. An der der Nordschwedischen Oper gestaltete Hege Gustava Tjønn im Frühjahr 2023 ab März 2023 die Rolle der Refka in „Adriana Mater“ von Saariaho, die schwedische Erstaufführung. Die Produktion wird im Sommer 2024 während der Savonlinna Opernfestspiele wiederaufgenommen.

Sie arbeitete mit RegisseurInnen wie Brigitte Fassbänder, Vera Nemirova, Michael Hampe, Christoph Schlingensief, Aik Karapetian, Nicholas Broadhurst, Stephen Medcalf, Ralph Bridle, Andreas Baumann, Pet Halmen, Peter Lund, Robert Lehmeier, Doris Dörrie, Dan Turdén, Karoline Gruber, Tamas Ascher, Martin Wuttke, Orpha Phelan, Urs Häberli, Daniel Herzog und Eckehard Warnecke zusammen.

Sie sang unter der Leitung von u.a. Semyon Bychkov, Ivor Bolton, Leif Segerstam, Stefan Soltesz, Stefan Blunier, Anja Bihlmaier, Patrick Ringborg, Tobias Ringborg, Ville Matvejeff, Jessica Cottis, Jørn Fossheim, Anne Randine Øverby, Marc Piollet, Raoul Grüneis, Howard Arman, Christian Badea, Francesco Corti, Fabrizio Ventura, Daniel Klajner, Johannes Wildner, Andreas Stoehr, Rudolf Piehlmayer, Hans E. Zimmer, Olaf Henzold, Peter Kuhn und Clemens Schuldt, und mit Orchestern wie Oslo Filharmoniske Orkester, Chicago Symphony Orchestra, Vancouver Symphony Orchestra, Toronto Opera Orchestra, Sächsische Staatskapelle Dresden, Beethovenorchester Bonn und Mozarteumorchester Salzburg.

Hege Gustava Tjønn lebt in Wien.
Ihre nächste Partie wird an der Opera Bergen in Norwegen die Rolle der Dircé in Cherubinis Medée sein.

Kritikerstimmen

Die Sopranistin Hege Gustava Tjønn in der Rolle der guten Fee zaubert fabelhaft leichte Melodien und Koloraturen aus ihrer Kehle. (La Fee in Cendrion, Staatstheater Darmstadt)

DARMSTÄDTER ECHO, Klaus Trapp
Juni 2003