Oper & Operette

Die Oper ist ein eigenes Universum, in dem die Kraft der Musik, das Drama der Geschichten und emotionalen Höhen und Tiefen zu einer kraftvollen Einheit verschmelzen. Das Singen in der Oper ist herrlich, unmöglich zu beschreiben, vielleicht wie gleichzeitig schwimmen und fliegen, schweben. Kraftvoll und zart. Sinnlich. 

Seit einigen Jahren gehöre ich als Sängerin zu den Älteren dazu. Das heißt, meine Rollen sind nicht mehr so häufig junge Frauen, sondern reifere und für mich auch interessantere Charaktere. Neben Rollen wie Regentinnen, Ehefrauen und Mütter kommen auch das Darstellen von weniger realistischen Figuren häufiger hinzu, wie Hexen, Göttinnen und Engeln. Es interessiert mich besonders, das tiefe, innere Leben zu gestalten und existenzielle Geschichten zu erzählen.

Die Herausforderung reizt mich, eine Vielfalt von Figuren und Emotionen durch meine Stimme und Darstellung zum Ausdruck zu bringen. Ich erforsche an der Schnittstelle zwischen Realität und der Erhöhung, die das Singen als Ausdrucksform notwendig macht, die unterschiedlichen Klangfarben, die durch verschiedenen Lebenslagen und Ereignisse in der Stimme hervorgerufen werden. Ich untersuche, wie der Körper auf die Geschichte reagiert, wie der besondere Mensch, den es zu gestalten gilt, sich bewegt, wer das ist. Ich versuche, diejenige Person für die Zeit der Vorstellung zu sein, ihr Körper und Stimme geben, damit sie ihre Geschichte erzählen kann. Damit wir diese Geschichte miterleben können. 

Titania (Parken)
Malmö Opera 2018. Foto: Malin Arnesson

Die Operette öffnet eine Tür zu leichteren, humorvolleren Ebenen. Das Spiel mit gesprochenen und gesungenen Texten, die oft ironisch gesellschaftskritischen und komödiantischen Elemente und die Eleganz, mit der gesungen und getanzt werden muss, ziehen mich an und bringen eine andere Facette meiner künstlerischen Persönlichkeit zum Vorschein.

Baronin Gondremarck (Pariser Leben) Schlossfestspiele Langenlois. Foto: Kurt-Michael Westermann

Die teatrale Welt ist abstrakt, aber das Ziel ist es, mit den Emotionen, die wir durch musikalische und Darstellerische Erhöhung vermitteln können, die Kluft zwischen der realen und der dargestellten Welt zu überbrücken. Die Zuhörer sollen sich selbst vergessen können und erleben, fühlen, nachdenken. 

Meine Beziehung zur Oper und Operette ist demnach nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine emotionale und ideelle. Wo Menschen gemeinsam Musik genießen, Geschichten erleben und empfinden können, dort entsteht für den Moment Gemeinschaft. Eine Basis für den Frieden.

Die Zofen (Claire), Theater Vorpommern 1996. Foto: Vincent Leifer

AKTUELLES

2. & 4. August 2024 Refka, Adriana Mater (Saariaho)
Savonlinna Opera Festival/NorrlandsOperan, Finland. Regie: Dan Turdén, Musikalische Leitung: Ville Matvejeff.

10. & 17. Januar 2024 Dircé, Medée (Cherubini), Opera Bergen, Norwegen
Musikalische Leitung: Anne Randine Øverby.

13. Oktober 2023 15:30 St. Johannes-Nepomuk-Kapelle, Wien, Österreich
Auszüge von Walküre 1. Akt (Wagner) Sieglinde im Gedenkkonzert für Hubertus Reim. IOE. Klavier/Musikalische Leitung: Wolfgang Fritsche.

1.& 13. Juni 2023  Operetten-Gala. Wien, Österreich
Buchmann & Kaspar.

28. & 30. März, 1., 16., 18., 20., 22. & 25. April 2023 Refka, Adriana Mater (Saariaho)
NorrlandsOperan, Umeå, Sverige. Regie: Dan Turdén, Musikalische Leitung: Ville Matvejeff.

17.12.2022 Lady Macbeth, Macbeth (Verdi), Freiburg

05.11.2022 Sieglinde, Walküre (Wagner), IOE
Musikalische Leitung: Wolfgang Fritsche.

03.-15.10.2022 The Lord’s First Angel, Livets Bok (Sandström)
Uraufführung, Norrköping Symfoniorchester/Scenkonst Öst, Schweden. Regie: Peter Oskarson, Musikalische Leitung: Tobias Ringborg.

29.06.2022 Operetten-Gala. Stadtpalais Liechtensten, Wien, Österreich
Buchmann & Kaspar.

26.3. und 02.04.2022 Komponist, Ariadne auf Naxos (Strauss). IOE, Wien, Österreich
Musikalische Leitung: Wolfgang Fritsche.

30.10.-27.11.2021 Lady Macbeth, Macbeth (Verdi)
Felsenreitschule Salzburg, Cover.

25.09.-23.10.2021 Lady Macbeth, Macbeth (Verdi), Norrlandsoperan, Schweden
Regie: Dan Turdèn, Musikalische Leitung: Jessica Cottis.

Kritikerstimmen

Als Giunia glänzte die Norwegerin Hege Gustava Tjønn mit strahlenden Höhen und blitzender Koloratur. Ihre große Arie im zweiten Akt war Belcanto vom Feinsten. (Lucio Silla, Bergische Symphoniker)

REMSCHEIDER GENERALANZEIGER, KG
September 2012